Warum eigentlich...

...sollte ich mein Hifi-/AV-Gerät einer Optimierung unterziehen? Der Hersteller wird schon wissen, was er tun muss, um die optimale Performance herauszukitzeln. 

 

Stimmt! Natürlich weiss er das. Jedoch steht das Ziel, ein Audio-Gerät optimal zu konstruieren, in massivem Konflikt mit der Vorgabe, ein gesundes Margensystem zu schaffen, bzw zu erhalten. Dabei spielen diverse Faktoren eine Rolle. Diese sind allen voran:

  • Entwicklungskosten in Relation zur absetzbaren Stückzahl
  • Akzeptanz des Konsumenten, sein Erspartes oder fremdfinanziertes Geld in eine oder mehrere Audio-Komponenten zu investieren.
  • Wettbewerbs-Situation
  • Eigene Produktreihen-Hierarchien
  • Internet Price-Dumping

Beispiel: Ein namhafter japanischer Hersteller von Consumer-Electronic Geräten entwickelt vier verschiedene CD-Player unterschiedlicher Preisklassen. Die VK-Preise staffeln sich wie folgt:

  • CDP-A1 zur UVP von 1990,- Euro
  • CDP-A2 zur UVP von 1490,- Euro
  • CDP-A3 zur UVP von   999,- Euro
  • CDP-A4 zur UVP von   499,- Euro

Die Geräte unterscheiden sich äußerlich vor Allem in der Materialauswahl, Abmessungen und Gewicht. Im Innern finden wir beim A1 einen recht soliden Aufbau und ein sauberes Platinenlayout. Außerdem ist das Netzteil aufwändiger ausgelegt und hier und da sehen wir schöne Kupferschrauben.

Beim A2 fallen die dünneren Gehäuseteile auf, alles wirkt minimal einfacher und weniger edel. Beim A3 haben wir dann bereits nur noch einen einteiligen Blechdeckel, der mächtig nachschwingt, und die Frontabdeckung ist hier oftmals bereits aus Kunsstoff. Im Innern alles etwas weniger aufgeräumt, das Laufwerk bereits nicht mehr so aufwändig ausgelegt und auch schon nicht wirklich mehr gekapselt.

Der A4 Player ist um einiges leichter, wirkt doch sehr lieblos und im Innern findet sich mehr oder weniger gar nichts, oder eine nur sehr spärliche Stromversorgung und das alle Sektionen sind gegenseitig ungeschützt. 

Was uns jedoch auffällt, ist, dass in allen vier Playern nahezu gleich-minderwertige oder sich in der Qualität kaum unterscheidende Bauteile zu finden sind. Warum finden wir in sündhaft teuren Playern oftmals die selben billigen Operationsverstärker, wie sie auch in 300,- Euro Geräten Verwendung finden? Warum sehen wir auf Netzteilen Kondensatoren, die im Handel nur wenige Cent kosten, und deren Datenblätter durchschnittliche Performance verheißen? Warum finden wir in 5000,- Euro CD-Playern klangschädigende, billige Brückengleichrichter, deren physikalische Eigenschaften mit teilweise nur wenigen Cent mehr kostenden high-end highspeed Dioden um ein Vielfaches übertroffen werden können? Warum verbauen Hersteller also klanglich durchschnittliche Industrieteile in extrem teuren Geräten, wenn sie auch für wenige Euro mehr klanglich high-endige Bauteile hätten einsetzen können? 

Ganz einfach: Weil es günstiger ist! Und weil der Konsument sich in erster Linie von seinem Seh- und Tastsinn leiten lässt, und weil der Konsument in den meisten Fällen nicht weiss, dass es durchaus besser, authentischer, mitreissender und musikalischer klingen kann. 

Wir haben in unseren unzähligen Hör-Sessions über viele Jahre die Erfahrung gemacht, dass der Fortschritt, also der Sprung von einem guten auf ein besseres Gerät, oftmals nur sehr schwer auszumachen ist, jedoch der Rückschritt, also vom besseren auf ein schlechteres Gerät, nahezu unüberhörbar ist. Der Mensch gewöhnt sich schnell an audiovisuelle Ereignisse, und unser Gehirn gleicht oftmals Fehler aus. Hören Sie mal eine halbe Stunde Ihren Lieblings-Interpreten über den Mono-Lautsprecher Ihres Smartphones. Sie werden sagen, ja, so klingt die Musik. Hören Sie selbigen Interpreten eine Stunde später über Ihre Stereoanlage. Sie werde sagen, ja so klingt die Musik. Hören Sie dann aber die gleiche Musik wieder über den Lautsprecher Ihres Smartphones. Wetten, dass Ihnen die jetzige Darbietung sehr viel schlechter vorkommt, als beim ersten Mal? Und so geht es uns mit nahezu jedem serienmäßigen Quellgerät oder Verstärker. Wir hören es zur Probe und sehen uns den internen Aufbau an. Anschließend entscheiden wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung, welche Komponenten rausfliegen und wo wir mit gezielten Maßnahmen einen guten Qualitätsschritt machen können. Am Ende erhalten wir so in nahezu 100% aller Fälle ein deutlich besseres, musikalischeres Gerät. Und zwar nahezu unabhängig von der Preisklasse.